Stellungnahme G8/G9 im Landtag

Noch im Frühjahr 2014 haben wir als Landesvorstand der Gesamtlandesschülervertretung des Saarlandes den Rückgang zu G9 an saarländischen Schulen gefordert. In unseren Augen war das G8 – System an Gymnasien nicht zufriedenstellend und wies große Defizite auf. Als Rückmeldung kam vom Bildungsministerium, sowie von der gesamten Landesregierung ein weiteres Verbleiben bei G8 an Gymnasien und keine Aussicht auf ein Wechsel. Nach längeren internen Diskussionen entschlossen wir uns, unseren ehemals eingeschlagenen Kurs aufzugeben. Statt einem Wechsel des Schulsystems, erschien uns eine Verbesserung der Qualität des bestehenden Schulsystems nun für sinnvoller. Diesen Standpunkt vertreten wir auch heute noch. Wir, als saarländische Schülerinnen und Schüler, wollen keinen Wechsel des Schulsystems im Rhythmus der Legislaturperiode miterleben. Wir behaupten zwar heute noch, die übereilte Einführung von G8 an saarländischen Gymnasien war ein Fehler, der aber in unseren Augen auch auf anderen Wegen wieder auszubessern ist. Ein Rückgang zu G8 halten wir für unklug und einen erheblichen Stressfaktor für saarländische Schülerinnen und Schüler. Die Wahlmöglichkeit zwischen G8 und G9 ist in unseren Augen durch die Wahlmöglichkeit zwischen Gymnasium und Gemeinschaftsschule gegeben. Was wir im Saarland nun brauchen, ist eine Qualitätsdebatte um das saarländische Bildungssystem. Wir wollen ein Bildungssystem, das sich bewährt und ständig weiter entwickelt, statt in eines zehn-Jahres Rhythmus wieder bei null anzufangen. Ein Schulfrieden nach dem Vorbild NRW ́s wäre daher ein Ziel. Es gilt nun die gymnasiale Oberstufe zu evaluieren und das bestehende G8 zu verbessern, statt wieder die alten Strukturen zu fordern. Als Beispiel für funktionierendes G8 ziehen wir Sachsen und Thüringen heran. In unseren Augen ist dann nämlich ein G8 möglich, wenn es gut durchdacht ist, was bei der Einführung im Saarland in unseren Augen versäumt wurde. Demnach appellieren wir an die Landesregierung den Schritt zurück zu G9 abzulehnen und gemeinsam mit uns Schülern einen Schritt nach vorne zu machen, in Richtung verbessertes G8, ein G8 2.0, wenn man so will. Ein G8, in dem aus der gemachten Erfahrung heraus gelernt wurde und die nötigen Schlüsse und Konsequenzen gezogen wurden, um möglichst die beste Bildung Erleben zu machen. 1