Stellungnahme G8 G9

Der Landesvorstand der Landesschülervertretung des Saarlandes nimmt mit Besorgnis Stellung zur aktuellen Debatte über G8/G9 im Saarland. Der Vorsitzende Florian Weimann fordert mit Nachdruck eine  Debatte über das Thema. „Die saarländischen Schüler und Schülerinnen sind es Leid, zum politischen Spielball gemacht zu werden und wollen endlich gesunden Menschenverstand in der Diskussion um unser Schulsystem!“, so Weimann. Mit Blick auf die Einreichung der Volksinitiative „G9 jetzt!“ tagte der Landesvorstand und festigte seine Position gegenüber der Thematik. „Unsere Parole lautet nach wie vor: Qualitäts-Debatten vor Struktur-Debatten! Es wird Zeit, dass wir das Hin und Her unseres Schulsystems stoppen und endlich darauf setzen das bestehende System zu verbessern. Lange genug wurde Bildung im Saarland parteipolitisch ausgeschlachtet. Wir wollen jetzt eine Steigerung der Qualität saarländischer Schulen und das geht nicht, wenn wir alles wieder auf den Kopf stellen. Gute Bildung braucht ihre Zeit!“. Zwar bestätigt die erreichte Zahl an Unterschriften der Initiative die Brisanz des Themas und das Potenzial zu polarisieren, trotzdem attestiert sie lange nicht die allgemeine Unzufriedenheit der Schüler. „Man muss sich ja ernsthaft fragen, wie viele der Unterzeichner dieser Initiative überhaupt Schüler sind.“ Da die Initiative dennoch legitimiert ist im Landtag gehört zu werden, fordert die Landesschülervertretung auch die Einbindung der offiziell gewählten Interessenvertretungen. “ Im Saarland existiert eine offiziell gewählte Landeselternvertretung, eine offiziell gewählte Lehrerinnen- und Lehrervertretung, eine offiziell gewählte Landesschulkonferenz und schließlich auch wir als offiziell gewählte Landesschülervertretung. Kommt es nun zur Anhörung der Initiative, fordern wir eine Einbindung all dieser bereits bestehender Verbände in den Entscheidungsprozess. Es ist ja nicht zu diskutieren, dass wir, Teilnehmer am schulischen Alltag, näher am Geschehen stehen als außenstehende Eltern und durch Schokoladen-Nikoläuse geworbene Unterzeichner.“ Den Vorwurf den Wendehals abzugeben, nimmt die Landesschülervertretung gelassen. „Unsere Erfahrungen, unsere tägliche Teilnahme am Schulalltag und der ständige Austausch sind grundlegend für unsere Positionierung in Bildungsfragen. Dabei ist es vollkommen normal, dass in einer mehr-jährigen Diskussion neue Aspekte aufkommen und sich eine Position weiterentwickeln kann. Den-noch möchten wir betonen, dass wir mit der aktuellen Situation nicht gänzlich zufrieden sind. Wir wollen weiterhin Nachbesserung im saarländischen G8. Die vorschnelle Einführung von G8 war definitiv ein Fehler. Diesen gilt es jetzt zu beheben. Die Rolle rückwärts ist jedoch der falsche Weg, denn: G8 kann funktionieren! Bundesländer wie Thüringen und Sachsen gehen als gute Beispiele voran. Wichtig ist die Anpassung der gymnasialen Oberstufe, was in den letzten Jahren weitestgehend versäumt wurde. “ Nun gilt es sich in erster Linie in einer Qualitäts-Debatte zu stellen.“ Es liegt nun nur am Ministerium gemeinsam mit den offiziellen Gremien das aktuelle System zu evaluieren und weiterzuentwickeln.