Politik der alten Leute

Die Landesschülervertretung des Saarlandes, beklagt sich über die mangelnde Akzeptanz der Politik, was Bedürfnisse und Wünsche junger Menschen, insbesondere die der Schülerinnen und Schüler, angeht. Als Jugendlicher hat man im Saarland das Gefühl auf der Prioritätenliste gar nicht erst vorhanden zu sein.

 

Statt Gelder in Bildung zu stecken, werden neue Musikfestivals von öffentlichen Geldern subventioniert. Beschweren können wir uns nicht, weil wir keine adäquate Interessenvertretung haben. So existiert zwar ein Landesjugendring, jedoch sind die Strukturen zu verkrustet und die vertretenen Personen auch eher junge Erwachsene als Jugendliche, was ein Grund dafür ist, das wir als Landesschülervertretung seit Mittwoch, den 27. April nicht mehr Mitglied des LJR Saar sind. Wir fordern die Parteien auf mit uns Schülern in einen Dialog zu treten, um Bedürfnisse herauszukristallisieren. Sowas sollte auch und vor allem an Schulen stattfinden. Außerdem sollten im Unterricht erklärt werden, welche Möglichkeiten es gibt Politik mitzugestalten, beispielsweise im Unterrichtsfach Gesellschaftswissenschaften oder Politik in frühen Klassenstufen, sodass junge Menschen für das Thema Partizipation sensibilisiert werden. Einen weiteren Grund für die fehlende Beachtung sehen wir außerdem im demographischen Wandel. Die Parteien befriedigen die Wünsche der älteren Wähler und lassen uns junge außer Acht. Mit der „alte Leute Politik“ muss Schluss sein. Wir müssen in Generationen denken und vielleicht über ein Wahlalter ab 16 diskutieren um der Stimme jugendlicher mehr Kraft zu verleihen. Jedoch sollte unabhängig davon, der richtige Rahmen für Teilhabe geschaffen sein. Oft scheitert es schon an einfachsten Mitteln wie dem Busticket. Die Preise für ÖPNV im Saarland, gerade was junge Menschen angeht sind ausbeuterisch. So zahlt man zum Beispiel für eine Fahrt von Eppelborn nach Saarbrücken und wieder zurück, sobald man das 14. Lebensjahr vollendet hat, etwa 15€. Eine Strecke, für die man in anderen Bundesländern, wie zum Beispiel im finanziell durchaus vergleichbaren Berlin, viel weniger zahlen würde. Wir fordern die Landesregierung daher auf, ihren Umgang mit jungen Menschen zu überdenken und mehr in diese zu investieren, die Rahmenbedingungen für politische Teilhabe zu schaffen und auf unsere Bedürfnisse und Wünsche einzugehen.