LSV Saar und Jugend gegen Aids e.V.

Berlin, 27. Oktober 2015

Schüler wollen mehr über Sex sprechen
Schülervertretungen und Jugend gegen AIDS ziehen an einem Strang für bundesweit einheitlichen Sexualkunde-Unterricht

 

Die Landesschülervertretungen* trafen sich beim Jugend gegen AIDS Aufklärungsgipfel in Berlin. Ziel der Tagung war ein Austausch über die Situation der Sexualaufklärung an Schulen und mögliche Handlungen durch Jugend gegen AIDS und die Landesschülervertretungen.

Die Recherche der verschiedenen Schülervertreter und die gesammelten Erfahrungen von Jugend gegen AIDS zeigen eine große Abweichung zwischen Lehrplänen und dem tatsächlich stattfindenden Unterricht. So legen zahlreiche Berichte von Schülern nahe, dass die Qualität und Umfang der besprochenen Inhalte stark von Schule und Lehrer abhängt. Während vereinzelt sogar Projekttage zum Thema initiiert werden, ist Aufklärung für viele nur ein Thema für die letzten Minuten vor Ferienbeginn, wenn es überhaupt stattfindet.

Eine große Herausforderung stellt das Schüler-Lehrer Verhältnis dar, dass es für viele unangehm macht, offen Fragen zu stellen.
Auch stark variierend sind die Inhalte des Unterrichts. Die Fachcurricula haben ihren Schwerpunkt meist auf biologisches Basiswissen gesetzt. Ausgelassen werden viele Bereiche, die für Jugendliche eine große persönliche Relevanz haben. Dies erschwert es für viele Schüler, ihre Fragen loszuwerden.

Die Landesschülervertretungen und Jugend gegen AIDS machen es sich nun gemeinsam zur Aufgabe, diesen Misständen entgegenzuwirken. Eine moderne und aufgeklärte Gesellschaft kann dies nur sein, wenn sie offen und unverkrampft über Sex sprechen kann. Ziel ist es, der Thematik mehr Platz in den Schulen und eine Athmosphäre zu schaffen, in der jeder unbeschwert und ohne Scham seine Fragen stellen kann. Konkrete Schritte sind neben gemeinsamen Aktionen und Initiativen, der Förderung des Aufklärungsprogramms „Positive Schule“ auch der Dialog mit den zuständigen Behörden und untereinander. So kann ein bundesweit einheitlicher Standard gefunden werden, der von Schülern maßgeblich entwickelt und auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.

*anwesend waren Vertreter der Landesschülervertretung der Gemeinschaftsschulen in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Brandenburg und Berlin.

Gemeinsame Pressemitteilung der Landesschülervertretungen und Jugend gegen AIDS.